Zwei Millionen Straßenkatzen: Zu wenig Unterstützung für Tierheime

Tierheime übernehmen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen das Leid der rund zwei Millionen Straßenkatzen in Deutschland. Doch eine Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes bestätigt, dass fast jedes dritte Tierheim keine finanzielle Unterstützung von Land und Kommune für die wichtige Kastration der Tiere erhält. Nach wie vor fehlt es zudem an Kastrationspflichten für Freigängerkatzen aus Privathaushalten, die zur unkontrollierten Vermehrung und damit dem Katzenelend beitragen: 74 Prozent der dem Verband angeschlossenen Tierheime beklagen das Fehlen einer solchen Pflicht in ihrer Kommune. Der Deutsche Tierschutzbund fordert im Rahmen seiner Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ mehr Unterstützung für die Tierheime und die Einführung einer bundesweiten Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht.

 

„Die Kosten, die Tierheime für Kastrations-Aktionen stemmen, summieren sich schnell. Ohne Spenden wäre dies nicht zu leisten, denn nur die wenigsten Tierheime erhalten dafür kostendeckende Zuschüsse von öffentlichen Stellen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Weil nur die Kastration der Straßenkatzen in Kombination mit der Kastration von Freigängerkatzen langfristig dazu führen wird, dass die Straßentier-Population zurückgeht, fordert er: „Länder und Kommunen müssen mehr finanzielle Mittel bereitstellen, um den Tierheimen im Kampf gegen das Katzenelend unter die Arme zu greifen. Gleichzeitig müssen Katzenhalter bei Kastration, Kennzeichnung und Registrierung in die Pflicht genommen werden.“

 

Förderung hat Einfluss auf die Populationsentwicklung

Bei Kastrations-Aktionen fangen die Tierheime Straßenkatzen ein und lassen sie kastrieren. Dabei werden die Tiere auch gekennzeichnet und bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registriert. Sobald möglich, lassen die Tierschützer die Katzen dann wieder in ihrem Revier frei. Die finanzielle Unterstützung von Land oder Kommune dafür ist meist unzureichend. Dabei hat die Förderung einen direkten Einfluss auf die Erfolgsaussichten der Tierschutzarbeit: Stehen Gelder zur Verfügung, sind die Chancen größer, die Zahl der Katzen und ihr Leid tatsächlich zu verringern.

Verborgenes Leid der Straßenkatzen

Das Katzenelend bleibt für viele Menschen unsichtbar und ist in Deutschland eines der größten unbemerkten Tierschutzprobleme. Anders als viele vermuten, sind Straßenkatzen keine Wildkatzen. Jede einzelne stammt ursprünglich von einer unkastrierten Hauskatze ab, die sich unkontrolliert vermehren konnte. Um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen, wäre eine flächendeckende, am besten bundesweite Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten notwendig, für die sich der Tierschutzbund seit Jahren stark macht.

Tierheime versorgen Straßenkatzen an Futterstellen, fangen sie ein und lassen sie kastrieren, um den Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung zu durchbrechen. Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

 

Mehr Informationen zur Kampagne „Tierheime helfen! Helft Tierheimen!“ unter: www.tierheime-helfen.de/katzenschutz

 

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