16.07.2026
Im Doppelhaushalt des Landes Berlin sind für 2026 und 2027 jeweils 50.000 Euro für die Kastration von Straßenkatzen eingestellt. Die Gelder werden dringend benötigt, um das Leid der Tiere zu reduzieren. Anstatt die Gelder rechtzeitig zu Beginn der Kastrationssaison im März oder April offiziell ausgeschrieben zu haben, versteckt sich die Senatsverwaltung für Justiz bis heute hinter formellen Ausflüchten. Nach Angaben des Senats ist mit der Ausschreibung erst Ende des Monats zu rechnen, Gelder würden vor dem Herbst nicht abgerufen werden können. Viel zu spät, um weiteres Katzenleid zu verhindern. „Das Nichtstun des Berliner Senats kostet Katzenleben“, klagt Eva Rönspieß, Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin. „Jede unkastrierte Katze und jeder unkastrierter Kater in Berlin tragen zum Leid der Straßenkatzen bei. Dass der Senat die Gelder nicht ausschreibt, ist ein weiteres Armutszeichen dieser Koalition.“ Bei Straßenkatzen handelt es sich nicht um Wildkatzen, sondern um verwilderte Haustiere. Verborgen und für viele unsichtbar leiden rund 10.000 Straßenkatzen in Berliner Hinterhöfen, auf Friedhöfen und Industriegeländen. Die Tiere sind oftmals schwer an Katzenschnupfen erkrankt, haben starken Parasitenbefall und andere schwere Verletzungen, wie offene Wunden und Knochenbrüche. Katzenbabys von Straßenkatzen werden in der Regel nicht älter als sechs Monate, sie verhungern oder sterben im Straßenverkehr. Katzen sind auf den Menschen angewiesen, da sie domestizierte Haustiere sind. „Aktuell kastrieren wir Berliner Straßenkatzen mithilfe von Spendengeldern, obwohl der Senat eigens dafür Mittel im Doppelhaushalt eingestellt hat. Damit spart der Senat mal wieder auf unsere Kosten und zulasten des Tierschutzes“, ärgert sich Eva Rönspieß. „Aktuelle Fundtierzahlen belegen, dass immer wieder trächtige Katzen oder Katzenmütter mit ihren Kitten ausgesetzt werden, weil die Haltenden keinerlei Verantwortung übernehmen. In Berlin ist es gesetzlich vorgeschrieben, Freigängerkatzen zu kastrieren, zu chippen und zu registrieren.“


