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Welttierschutztag: Tierheime sind am Limit

Lage der Tierheime dramatisch

von Redaktion

04.10.2022

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober macht der Deutsche Tierschutzbund auf die dramatische Lage der Tierheime aufmerksam. War deren finanzielle Situation bereits vor Corona angespannt, so kommen zu den Auswirkungen der Corona-Zeit nun extreme Kostensteigerungen hinzu. Deutschlandweit sind Einrichtungen des praktischen Tierschutzes in ihrer Existenz bedroht. Mit dem Leitmotto „Tierheime am Limit“ zum Welttierschutztag ruft der Dachverband gemeinsam mit seinen ĂŒber 740 Mitgliedsvereinen Politik und Gesellschaft dazu auf, den karitativen Tierschutz im Land zu retten.

 

„Durch Ignoranz und KalkĂŒl wurde der karitative Tierschutz in Deutschland sehenden Auges vor die Wand gefahren. Jahrelang haben sich Politik und Verwaltung darauf ausgeruht, dass private Vereine, tierliebe Spender und ehrenamtlich Engagierte mit ihrem Geld, ihrer Zeit und ihrem Einsatz den praktischen Tierschutz alleine stemmen – darunter auch Aufgaben der öffentlichen Hand. Angesichts steigender Energie- und Futterkosten, höherer TierarztgebĂŒhren und des erhöhten Mindestlohns ist das nicht lĂ€nger leistbar. FĂŒr viele Tierheime steht zwangslĂ€ufig der Kollaps an, wenn Bund, LĂ€nder und Kommunen nicht helfen“, macht Thomas Schröder, PrĂ€sident des Deutschen Tierschutzbundes, deutlich. „Es braucht dringend ein Rettungspaket, damit die Tierheime den Winter ĂŒberstehen.“

 

Der Welttierschutztag geht zurĂŒck auf den Heiligen Franz von Assisi, den Schutzpatron der Tiere, der am 4. Oktober 1228 heiliggesprochen wurde. Er soll gesagt haben: „Ein jedes Wesen in BedrĂ€ngnis hat gleiche Rechte auf Schutz.“ „Dass man diesem Anspruch 800 Jahre spĂ€ter hierzulande nicht mehr gerecht werden kann, dĂŒrfen wir nicht zulassen“, so Schröder. „Bund, LĂ€nder, Kreise und Kommunen mĂŒssen zeigen, dass das Staatsziel Tierschutz in Deutschland etwas zĂ€hlt!“ Auch langfristig mĂŒssten Tierheime durch die kostendeckende Bezahlung fĂŒr im Auftrag der öffentlichen Hand vollbrachten Leistungen handlungsfĂ€hig gemacht und durch eine Heimtierschutzverordnung entlastet werden.

Befragung zeigt wachsenden Kostendruck

Mit einer aktuellen, stichprobenartigen Befragung unter seinen angeschlossenen Tierschutzvereinen wertet der Deutsche Tierschutzbund deren finanzielle Sorgen aus: Die Vereine erwarten massive Kostensteigerungen von 129 Prozent bei den Energiekosten, von 21 Prozent fĂŒr Verbrauchsmaterial inklusive Futter, von 18 Prozent fĂŒr Tierarztkosten sowie von 15 Prozent fĂŒr Personalkosten. Im Schnitt gehen die befragten Vereine von Gesamtkostensteigerungen in Höhe von 23 Prozent aus. Die ansteigenden Preise sind eine weitere, kaum zu bewĂ€ltigende Herausforderung, die die Tierheime jetzt trifft.  In Folge der Corona-Krise hatten viele Tierheime mit vermehrten Abgaben von Tieren zu kĂ€mpfen, die wĂ€hrend der Pandemie unĂŒberlegt angeschafft wurden. Viele, vor allem junge Hunde, die nun im Tierheim auf ein neues Zuhause warten, benötigen intensive Betreuung, weil die frĂŒheren Halter die Erziehung vernachlĂ€ssigten. Als Folge der steigenden Energiekosten befĂŒrchten die Tierheime zudem vermehrte Abgaben exotischer Wildtiere, wie Reptilien. Denn die Haltung der anspruchsvollen Tierarten bedarf verschiedener technischer Hilfsmittel, die sich durch einen hohen Energiebedarf auszeichnen.

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