Bäreneinzug im Tierschutzzentrum Weidefeld

Im Tierschutzzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes ist am gestrigen Abend ein Braunbär neu eingezogen: Die 10-jährige Bärendame „Chile“ stammt aus einer schlechten Haltung in einem Freizeitpark in Litauen. Im Tierschutzzentrum Weidefeld in Kappeln an der Schlei, das bereits drei Braun- und zwei Kragenbären beheimatet, findet sie nun eine artgerechte Bleibe.

 „Wir freuen uns, dass Chile ihr viel zu kleines verschmutztes Gehege hinter sich lassen konnte und nun bei uns in Schleswig-Holstein ein neues bärengerechtes Zuhause findet“, sagt Patrick Boncourt, Bärenexperte im Tierschutzzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes.


Nach über 1.500 Kilometern Strecke und rund 24 Stunden Fahrt kam die Bärin gestern Abend in Weidefeld an und wurde aus ihrer Transportbox in die Stallungen der Anlage gelassen. Hier wird sie sich zunächst von der Fahrt erholen können, bis sie in einigen Tagen auch den Außenbereich erkunden kann. Die 2019 neu errichtete Bärenanlage bietet rund zwei Hektar Fläche mit Badeseen, Höhlen für die Winterruhe und dichter Vegetation zum Zurückziehen und Verstecken.

Konzertierte Rettungsaktion europäischer Tierschützer

Auf Druck von Tierschützern, die über Monate mit Tierärzten und Behörden eng zusammenarbeiteten, konnten dem Betreiber des litauischen Freizeitparks mehrere Tierschutzverstöße und irreguläre Machenschaften nachgewiesen werden. Eine ganze Reihe von Wildtieren, die in unzureichenden und zu kleinen Gehegen untergebracht waren, wurden beschlagnahmt – darunter drei Braunbären, ein Puma, ein Löwe, drei Affen und viele Kleintiere. In einem ersten Schritt werden einige der Tiere nun auf verschiedene Auffangstationen verteilt. „Insgesamt ist das Ganze eine konzertierte Aktion von Tierschützern aus ganz Europa und damit durchaus eine Besonderheit. Wir sind sehr froh, unseren Beitrag leisten zu können“, so Boncourt.

 

Ankunft einer Bärin in Kappeln/Weidefeld – 21.07.2021 – Foto Marcus Dewanger


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